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#alttext#Enkidu live in der Junction Bar, Berlin am 17.8.2011 (Die Band von @3jh)

Ich war in meinem bisherigen Leben ein mal in einer Band. Wir nannten uns „Les Parapluies“ und hatten einen Übungsraum über’m „Contra“. Das „Contra“ war eine alternative Disco. Oder besser, das „Contra“ war eine Alternative zur „Garage“. Ansonsten gab es noch den „Laubfrosch“ und eine Zirkuszeltdisco im Industriegebiet Ost. Und Kneipen. Seinerzeit gab es eine oft zitierte Statistik, in der es hiess, dass Lüneburg die Stadt mit der zweitgrößten Kneipendichte pro Einwohner sei – direkt nach Berlin. Das „Contra“ gibt es nicht mehr aber Statistiken bestimmen heute immer noch unser Leben.

Das „Contra“ war in einem Laden, der vorher mal eine Erotikbar war. Und die Übungsräume über’m „Contra“ waren vormals Teil des Freundenhauses. Aus irgendeinem Deal mit dem „Contra“ heraus kam H. an einen der Räume als Übungsraum ran. Erstmal musste ja der Übungsraum schalldicht gemacht werden. Dafür besorgten wir nachts ein bis drei Rollen Glasfaserdämmwolle von der Baustelle neben an und tackerten den Mist an die Wände. Hat ganz schön gejuckt.

„Les Parapluies“ hatten nie einen Auftritt. Wir haben hin und wieder irgendwie was geübt, aber eigentlich war das nur eine ziemlich coole Möglichkeit, ohne Eintritt ins Contra zu kommen. Vielleicht habe ich das damals auch alles nicht so ernst genommen. Oder das Konzept der Band war mir zu Einstürzende Neubauten. Das ganze hat dann auch nur ein paar Monate gedauert. Wenn man so will, war ich eigentlich noch nie in einer Band. Ich bin aufgetreten in Ensembles, Big Bands, Chören und diversen Theatergruppen. Oder auch solo, aber gerockt habe ich nie.

Ich bin also alles andere als ein Experte, was Band-Kritik angeht. Aber die Band, die ich eben gesehen habe, die rockt mit komplexen Arrangements, schrägem Gesang und melancholischem Pop. Ich hörte Referenzen raus zur Berliner Schule der 1980er, zu Grunge und aber auch mal Aerosmith mit einer Priese Hamburg.

Oder sagen wir so: Ich mochte das Konzert von Enkidu, da es mich auf den Boden gebracht und über Teamarbeit nachdenken lassen hat. Und dass auch Teams Übungsräume brauchen. Und wenn Teams keine Zeit zum üben haben, oder Teams immer wieder neu zusammengewürfelt werden, dann jammen die Leute nur, aber sie werden nie eine Band, die wirklich rockt.

Ach, und jetzt ist auch das Handyvideo des letzten Songs der Zugabe endlich hochgeladen:

Über den Autor

Hallo, ich heiße Tillmann Allmer und arbeite als Digital Stratege in einer globalen Kommunikationsagentur. Ich bin Vater von zwei Kindern und lebe mit meiner Familie in Berlin. Pro2koll.de ist mein persönliches Blog über Alltagsbeobachtungen und daraus resultierender Inspiration. Folge mir auf Twitter unter @tristessedeluxe oder werde Fan von Pro2koll.de auf Facebook, um keine Updates zu verpassen. Mehr über dieses Blog steht hier.

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