Wie wird Glücksklee gemacht?

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Nachdem wir unsere Schweine, Hufeisen, Kronen, Glocken, Pilze und Herzen zu Klump gegossen hatten, drehte sich die Frage um den vierblättrigen Tischschmuck: Wo kommt eigentlich der Glücksklee her, bzw. wie wird er gemacht?

Ist dies eine hochgezüchtete Pflanzenart des bei uns einheimischen, dreiblättrigen Klees? Oder stammt der Glücksklee irgendwo vom Equator, wird dort von Einheimischen aus dem Urwald gepflückt und billig verkauft (weil dort unbedeutendes Unkraut) und tonnenweise in Industrieländer geflogen? Steckt dahinter gar ein ähnlicher Globalisierungsthriller wie hinter der Nordmann-Tanne? Die Nordmann-Tanne wird hundertmillionenfach in Dänemark in Plantagen als Weihnachtsbaum angebaut, ist aber eigentlich ein seltener Baum und im westlichen Kaukasus und im Ostpontischen Gebirge in Georgien, Russland und der nordöstlichen Türkei heimisch. Da die Nordmann-Tanne ausgewachsen ein sehr hoher Baum ist, werden in den dänischen Plantagen überwiegend Jungbäume als Weihnachtsbäume gefällt. Diese jungen Bäume jedoch haben noch keine Zapfen und Samen ausgebildet, sodass man, um neue Nordmann-Tannen zu züchten, immer wieder Zapfen aus dem Kaukasus etc. importieren muss. Die Zapfen der Nordmann-Tanne – einem sehr hohen, eher seltenen Baum – befinden sich an der Baumspitze und müssen von Menschen dort oben gepflückt werden. Zapfensammler ist dort ein traditioneller Beruf, doch weil die Nachfrage so groß ist, werden immer mehr Zapfen gepflückt und immer seltener. Um weiterhin vom Zapfensammeln zu leben, müssen die Zapfensammler immer höher hinaus klettern und haben gelegentlich tödliche Arbeitsunfälle. Das sind ja nun eigentlich Zustände, die man nicht gerne mit seinem Weihnachtsbaum in Verbindung bringen möchte. Zustände, wie man sie aus chinesischen Fabriken hört, wo unsere Technik-Gadgets hergestellt werden. Verbirgt sich nun hinter dem vierblättrigem Klee – unserem Symbolträger des Glücks – ein ähnlicher Krimi. Oder ist unser vorliegende Glücksklee gar ein strahlendes Abfallprodukt der Genforschung?

Wir haben lange hin und her überlegt. Es gab auch eine herrlich verworrene Verschwörungstheorie mit Außerirdischen. Die Wahrheit ist aber, dass der bei uns zu Silvester verkaufte Glücksklee ursprünglich aus Mexiko kommt und 1837 in England als Zierpflanze eingeführt wurde (sagt die Wikipedia). Wieder was gelernt.

Über den Autor

Hallo, ich heiße Tillmann Allmer und arbeite als Digital Stratege in einer globalen Kommunikationsagentur. Ich bin Vater von zwei Kindern und lebe mit meiner Familie in Berlin. Pro2koll.de ist mein persönliches Blog über Alltagsbeobachtungen und daraus resultierender Inspiration. Folge mir auf Twitter unter @tristessedeluxe oder werde Fan von Pro2koll.de auf Facebook, um keine Updates zu verpassen. Mehr über dieses Blog steht hier.

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