Wir haben jetzt auch Creepercards zu Hause

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An unserem Esstisch in der Küche wurden jetzt Regeln eingeführt in Form von selbstgemalten Zetteln an der Wand. Es ist ein erster Ansatz, den Kindern so etwas wie „Demokratie“ beizubringen und sich auf ein gemeinsames Regelwerk zu einigen. (Für mich persönlich wäre es in diesen Tagen auch ein Vorschlag, wie man das Creepercards-Gate hätte insgesamt anders angehen können (Hurra, ich verlinke das erste mal seit 2003 Fefe!): Gemeinsam sich auf Spielregeln einigen, statt konfrontativ zu werden und sich die eigenen Betonköpfe einzurennen. Das aber nur am Rande von einem unbeteiligten Beobachter aus der Ferne.)

Zu den Regeln. Die 6 Tischgebote im Hause, die übrigens auch für Besuch gelten:

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1. Kacke-sagen am Tisch verboten. Auch keine sexistische Kackscheisse.

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2. Schubsen am Tisch verboten.

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3. Hauen am Tisch verboten.

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4. Lebensmittel schmeißen während des Essens (hier in Form einer Spiralnudel) verboten.

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5. Daumenlutschen am Tisch verboten.

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6. Kratzen verboten.

Ich bin mir sicher, in den nächsten Wochen wird das Regelwerk noch verfeinert. Ellenbogen, Schmatzen und Popeln werden zügig hinzukommen. Aber auch wir Eltern werden uns noch umsehen: Den anderen nicht ausreden lassen? Verboten. Wörter, die die Kinder nicht hören sollen ausbuchstabieren? Verboten. Ironie und Sarkasmus? Verboten. Während des Essens ins iPhone schauen? Verboten. Demokratie fordert ihre Opfer.

Man kann so viel von der nachkommenden Generation lernen. Mir scheint viel zu häufig, dass sich die eigene Generationssphäre zu sehr um sich selbst dreht. Gefangen in der eigenen Echokammer. Kaum ein Ohr für Ältere sowie Jüngere. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit, wenn mir meine Kinder endlich das Internet, Online-Gaming und den ganzen anderen Kram nochmal aus der anderen Richtung beibringen.

Trends sind ja ein sehr flüchtiges Erzeugnis unserer Zeit. Was ist das nächste neue Ding? Wer kann welches Buzzword im nächsten Pitch mit der Essenz eines Trends ausfüllen? Zu jedem Jahreswechsel schleudert jeder eine handvoll Trends hinaus als Wettervorhersage für das neue Jahr. Ich beobachte das mit großem Interesse. Man kann selber seinen Horizont abgleichen, sehen, wer sich mit 4 Jahre alten Trends versucht am Markt zu positionieren, wer an Trends aus dem letzten Jahr festhält (weil das Neugeschäft in der Richtung Platz für Phantasie lässt) und wer wirklich neue Trends aufspürt, die dann in 2-4 Jahren in jedermanns Munde sein werden.

In diesem Jahr ist mir von all diesen Jahreswechsel Trend-Artikeln wenig hängen geblieben. Nur einer: Josh Miller hat seine jüngere Schwester, die in die 10. Klasse geht, befragt, wie sie und ihre Leute Internet, Mobile und Social Networks nutzt. Einge lesenswerte Insights und Gedanken, die vielleicht nicht die Trends für 2013 sind, aber erahnen lassen, wohin die Reise gehen könnte.

Auch beruhigend zu lesen: 5 Trends, die man 2013 getrost ignorieren kann. Darunter QR-Codes (immer noch?!), Big Data (das ging schnell), BYOD, Gamification (endlich!) und Consumer Internet Companies.

Alles Gute für 2013. Zankt Euch nicht so viel.

Über den Autor

Hallo, ich heiße Tillmann Allmer und arbeite als Digital Stratege in einer globalen Kommunikationsagentur. Ich bin Vater von zwei Kindern und lebe mit meiner Familie in Berlin. Pro2koll.de ist mein persönliches Blog über Alltagsbeobachtungen und daraus resultierender Inspiration. Folge mir auf Twitter unter @tristessedeluxe oder werde Fan von Pro2koll.de auf Facebook, um keine Updates zu verpassen. Mehr über dieses Blog steht hier.

8 Kommentare

  1. Bild Nr. 5 ist in seiner Abstraktion ein Kunstwerk. :)

    und für die Trends und die Generation untereinander gilt der weise Spruch von Douglas Adams:

    “I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
    1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
    2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
    3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”

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